Die CBH Group ist Australiens größte Genossenschaft und ein führendes Unternehmen der Getreidebranche. Ihre Aktivitäten decken die gesamte Wertschöpfungskette ab - von Düngemitteln über Getreidelagerung, -umschlag, -transport und -vermarktung bis hin zur -verarbeitung. Als wichtiger Akteur der australischen Agrarwirtschaft betreibt CBH bis zu 130 regionale Getreideterminals im Weizengürtel, wo das Getreide nach der Ernte gelagert wird.
Das CBH-Team arbeitet eng mit Sensorem zusammen, einem führenden Anbieter von Drohnenlösungen in Perth, Australien, um das Problem von Vögeln zu lösen, die Planen über Getreidehalden beschädigen, insbesondere während der Ernte. Sensorem, das mittlerweile zur Aerodyne-Gruppe gehört, bietet modernste Drohnen- und Fernerkundungstechnologien für verschiedene Branchen an, darunter Energieversorgung, Landwirtschaft, kritische Infrastruktur und natürlich einen der größten Märkte Australiens: den Bergbau. Das Unternehmen wurde 2024 mit dem AUS Award in der Kategorie Innovation und Betrieb ausgezeichnet.
Gemeinsam mit FlytBase und Sensorem sichert CBH seine Getreidelager und demonstriert die Vielseitigkeit autonomer Drohnen in der Landwirtschaft. Sehen Sie sich das vollständige Webinar der Reihe „Dock 'n' Roll“ an.
Warum die traditionelle Getreideüberwachung nicht ausreicht
Vögel, die während der Ernte die Planen über den Getreidevorräten beschädigen, stellen ein erhebliches Problem dar. Sie nagen die Planen durch, gelangen so an das darunterliegende Getreide und verursachen dadurch beträchtliche Schäden und Verluste. Eine regelmäßige und effektive Getreideüberwachung ist in dieser Branche daher unerlässlich.
Herkömmliche Methoden zur Getreideüberwachung stoßen aus verschiedenen Gründen oft an ihre Grenzen, unter anderem aufgrund ihres hohen Aufwands und Zeitbedarfs. Für Unternehmen wie CBH erfordern manuelle Inspektionen zusätzliche personelle Ressourcen, was nicht skalierbar ist. Hinzu kommen anhaltende Herausforderungen wie Datenlücken und Verzögerungen, die sich nur mit effizienten Lösungen bewältigen lassen.

Um dieses Problem zu lösen, experimentierte CBH mit dem Einsatz von Drohnen, die mit Lautsprechern ausgestattet waren und vorprogrammierte Töne abspielten, um Vögel von den Getreidehalden fernzuhalten. Anfangs wurden die Drohnen manuell von Piloten gesteuert, um die Wirksamkeit dieses Ansatzes zu testen.
Allerdings erforderte der manuelle Drohnenbetrieb die ständige Anwesenheit von Bodenpersonal zur Überwachung vor Ort, was nicht effizient war.
Sensorems Drohnen-Dock-Einsatzkonzept
Mit der Einführung von Docks sah Sensorem eine Möglichkeit, die Abläufe von CBH zu optimieren. Drohnen-in-einer-Box-LösungDie Drohnen, die autonom ohne Personal vor Ort operieren können, versprechen eine effizientere Vogelabwehr und eine höhere Gesamtbetriebsgeschwindigkeit. Der Einsatz angedockter Drohnen zur Vogelabwehr in der Landwirtschaft schützt Getreidelagerstätten.
So hat Sensorem diese Implementierung mit Unterstützung von FlytBase durchgeführt:
1. Die richtige Hardware für den Betrieb beschaffen
Für diese Vogelabwehrmaßnahme setzte Sensorem die Drohne DJI M30T in Kombination mit dem DJI Dock 1 ein, wodurch Operationen außerhalb der Sichtweite (BVLOS) von einer Fernsteuerzentrale aus möglich waren. Die oben an der Drohne angebrachten Lautsprecher schreckten die Vögel effektiv von den Getreidehalden ab und lenkten sie in nahegelegenes Buschland.

2. Einrichtung des Kommunikationsschranks
Während der Kauf einer Drohne und einer Dockingstation unkompliziert ist, erfordert der Betrieb außerhalb der Sichtweite (BVLOS) zusätzliche Ausrüstung. Das Team für Mechanik und Mechatronik von Sensorem entwickelte einen robusten, semipermanenten Kommunikationsschrank, der je nach Bedarf versetzt werden kann. Dieser Schrank überträgt Echtzeitdaten an die Fernsteuerungszentrale und gewährleistet so eine reibungslose Kommunikation.
Entscheidend für den Erfolg des BVLOS-Betriebs war die Gewährleistung einer stabilen Stromversorgung und Internetverbindung sowohl für die Drohne als auch für den Kommunikationsschrank. Dank der neuesten Starlink-Version und weiterer Technologien war Sensorem bestens für den BVLOS-Betrieb gerüstet.

3. Auswahl der richtigen Flugmanagement-Software
Die richtige Software war entscheidend für eine wiederholbare, präzise Flugplanung, Flugsicherheit, Echtzeit-Datenüberwachung und die Möglichkeit zum manuellen Eingreifen bei Bedarf. Sensorem entschied sich für FlytBase -Software aufgrund ihrer Integrationsfähigkeit und der Unterstützung für den Betrieb mehrerer Drohnen.
Mithilfe des FlytBase -Missionsplaners konnte Sensorem während der regulären Fütterungszeiten Flugmissionen zu den markierten Standorten durchführen. Die Piloten nutzten die manuelle Steuerung und die Joystick-Funktionalität, um präzise Operationen zu gewährleisten.

4. Einholung von BVLOS-Genehmigungen
Eine der größten Herausforderungen bestand darin, die Genehmigung der australischen Zivilluftfahrtbehörde (CASA) für Flüge außerhalb der Sichtweite (BVLOS) zu erhalten. Dieser Prozess umfasste die Inspektion des Fernbetriebszentrums, die Erstellung eines Sicherheitsberichts für BVLOS-Flüge und die Durchführung einer spezifischen Betriebsrisikoanalyse (SORA). Sensorem stellte außerdem sicher, dass ihre Piloten die erforderlichen Schulungen und Prüfungen absolvierten.
Wie FlytBase Drohnen für die Landwirtschaft automatisiert
Wenn es um die Automatisierung des Betriebs angedockter Drohnen geht, bietet die Plattform von FlytBase eine Reihe branchenspezifischer Lösungen. Um den Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft zu beschleunigen, umfassen die Lösungen von FlytBase unter anderem Datenerfassung, Echtzeit-Videostreaming, autonomen 24/7-Betrieb, Lautsprecher- und Scheinwerfersysteme - alles übersichtlich in einem einzigen Dashboard vereint.
„Was mich an der Software und ihrer Funktionsweise beeindruckt hat, ist die Geschwindigkeit, mit der vom Erstellen eines Flugplans bis zum Start der Drohne alles möglich ist. Besonders gut gefällt mir, dass die Lageübersicht dank der Karte oben rechts erhalten bleibt. Neben der Steuerung mehrerer Drohnen ist es wichtig, dass die Flugmanagement-Software, in diesem Fall FlytBase, die Integration anderer Software ermöglicht. Wir freuen uns daher über die Leistungen FlytBase in diesem Bereich.“
- Ed Boxall, Sensorem
Vorteile des Einsatzes angedockter Drohnen in der Landwirtschaft
1. Verbesserte Effizienz bei Inspektionsrunden
FlytBase ermöglichte es dem Team von Sensorem, automatisierte Drohneninspektionsflüge entlang vordefinierter Routen zu planen und durchzuführen. So konnte die Drohne innerhalb einer Minute zum Einsatzort geschickt, Vögel identifiziert und verscheucht werden. Das Team konnte mithilfe der Software auch Sicherheitsinspektionen des Geländes durchführen.
Die Fernsteuerung der Drohnenkamera ermöglichte effizientes Zoomen zur Erkennung und Identifizierung des Vogels. Im Vergleich zu manuellen Inspektionen führte FlytBase zu schnelleren Flugmissionen und höherer Effizienz, wodurch der Zeit- und Arbeitsaufwand für die Getreideüberwachung in weitläufigen Gebieten wie dem Getreidelager CBH reduziert wurde.

2. Bessere Kontrolle und Entscheidungsfindung durch manuelle Intervention
Es gab Situationen, in denen ein manuelles Eingreifen oder Steuern erforderlich war, insbesondere bei Sicherheitswarnungen oder Benachrichtigungen, während sich die Drohne auf ihrer geplanten Mission befand. In solchen Szenarien ermöglichte die FlytBase -Software den Bedienern, die Drohne direkt zum jeweiligen Einsatzort zu manövrieren, um das Problem zu untersuchen und in Echtzeit an die Einsatzzentrale zu berichten.
Für den Einsatz zur Vogelabwehr war die Identifizierung der Vogelart entscheidend, da in Australien strenge Schutzbestimmungen für den Rabenkakadu gelten, der gelegentlich bei Getreidekontrollen auf Getreidefeldern auftaucht. In diesen Fällen lieferte die Kamera hochauflösende Bilder, die es dem Fernpiloten ermöglichten, fundierte Entscheidungen zu treffen.

3. Bessere Ergebnisse bei der Vogelabwehr durch Integration eines Lautsprechers
Die Lautsprecherintegration erwies sich in diesem Fall als besonders effektiv, da Drohnen allein nicht ausreichten, um die Vögel zu vertreiben. Dank des Lautsprechers und der Möglichkeit, über die Software individuelle Durchsagen hinzuzufügen, konnten die Vögel jedoch problemlos vom Getreidelager ferngehalten werden, sodass sie die Planen nicht beschädigten und das Getreide nicht verdarben.
Darüber hinaus verfügt FlytBase über eine Schnellankündigungsfunktion, mit der bei Bedarf dringende Durchsagen gemacht werden können.

4. Verbesserte Lageerkennung im Flugbetrieb
Bei BVLOS-Einsätzen ist das Verständnis der Situation in Echtzeit und das Treffen fundierter Entscheidungen von entscheidender Bedeutung. Die Software lieferte wertvolle Einblicke in den Standort der Drohne, ihre Position relativ zum Dock und die Flugbahn. Darüber hinaus stellte sie ein Live-Bild mit minimaler Latenz bereit, wodurch Sensorem während ihrer Missionen wichtige Entscheidungen treffen konnte.
Während die Piloten vor Ort in der Regel ein gutes Gespür für das Wetter haben, erforderte der Fernbetrieb die Übermittlung der Wettervorhersagefunktionen der Dockingstation an die Einsatzzentrale. Hier verbesserte die FlytBase -Software die Wetterlageerfassung durch die Vorhersage der Windstärke in verschiedenen Höhen.

Der Weg nach vorn
Die Landwirtschaft ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für Australien. Das Getreidelager- und -verarbeitungssystem von CBH deckt 90 % des Getreidemarktes für Importe und Exporte in Westaustralien ab. Die Minimierung von Schäden und Verlusten ist daher unerlässlich. Während der erste Machbarkeitsnachweis einen einzelnen Piloten mit einer Drohne umfasste, sieht die Zukunft vielversprechend aus für skalierbarere und kostengünstigere Drohneneinsätze, bei denen ein Pilot mehrere Drohnen steuern kann.
Nachdem Sensorem erfolgreich 2.500 BVLOS-Flüge abgeschlossen hat, erforscht das Unternehmen nun neue Anwendungsfälle, wie beispielsweise die Hafenüberwachung. Die Flinks-Funktion von FlytBase, die die Integration von Drittanbietersoftware ermöglicht, wird diese Forschung unterstützen. Darüber hinaus hat der Erfolg des DJI Dock 1 Sensorem dazu veranlasst, den Einsatz des kompakteren DJI Dock 2 in zukünftigen Projekten in Betracht zu ziehen.
Achal Negi, Leiter der Geschäftsentwicklung bei FlytBase, hob das Potenzial von Drohnen-Komplettsystemen für die Zukunft der Landwirtschaft hervor. Abschließend erklärte er: „Wie Ed bereits erwähnte, gibt es typische Anwendungsfälle wie die Vogelabwehr in Fischzuchtbetrieben, die Geländesicherung, die Viehzählung und natürlich die Überwachung des Pflanzenzustands, beispielsweise von Baumwollfeldern oder anderen Kulturen. FlytBase bietet hierfür die Kernkomponenten, aus denen Sie eine maßgeschneiderte Lösung zusammenstellen können.“

