Im Rahmen einer der NestGen '25-Veranstaltungen sprachen wir mit Coenraad Brandt, Projektmanager bei AgTech360, einem führenden australischen Agrartechnologieunternehmen, das sich auf Präzisionsüberwachung und Farmmanagementsysteme spezialisiert hat. Dank seiner langjährigen Erfahrung in der Implementierung von Agrartechnologien in Südafrika, Neuseeland und Australien bietet Coenraad Brandt eine einzigartige Perspektive auf die Herausforderungen moderner Tierhaltungsbetriebe.
AgTech360 hat sich als innovativer Akteur in der australischen Agrartechnologie etabliert und entwickelt integrierte Lösungen für die besonderen Herausforderungen der Viehhaltung in den weitläufigen und vielfältigen Landschaften des Kontinents. Die Farmmanagement-Plattform des Unternehmens verknüpft verschiedene Datenquellen - von Live-Kamerabildern über GIS-Daten bis hin zu Informationen von Tiersensoren - und liefert Landwirten so umfassende Einblicke für fundierte Entscheidungen. Hier erfahren Sie, was sie über den Einsatz autonomer Drohnen für die präzise Viehüberwachung zu sagen hatten 👇
Die Herausforderung
„Australien ist bekannt für sein wechselhaftes Klima, Dürren, Überschwemmungen und extreme Temperaturen und zählt zu den trockensten bewohnbaren Kontinenten. Es ist außerdem ein riesiges Gebiet. Um Ihnen einen Eindruck zu geben: Eine Fahrt von Küste zu Küste ist, als würde man zweimal zum Mond und zurück fahren.“ sagte Coenraad Brandt, Projektmanager, AgTech360Die
- Weite geografische Gebiete: Australische Farmen erstrecken sich oft über Tausende von Hektar, was manuelle Inspektionen zeitaufwändig und ineffizient macht. Die Überwachung von Wasserstellen, Zäunen und Viehbeständen über diese Entfernungen hinweg erfordert erhebliche Ressourcen.
- Extreme Umweltbedingungen: Unvorhersehbare Wetterlagen, einschließlich schwerer Dürren und Überschwemmungen, erfordern eine ständige Überwachung der Wasserressourcen und der Gesundheit der Nutztiere, um Verluste zu vermeiden.
- Arbeitskräftemangel: Die Suche nach Fachkräften, insbesondere in abgelegenen Gebieten, gestaltet sich zunehmend schwieriger. Dieser Mangel schränkt die Möglichkeit ein, regelmäßige Inspektionen und Wartungsarbeiten auf großen Liegenschaften durchzuführen.
- Ressourcenmanagement: Wasserknappheit ist ein kritisches Problem, weshalb eine effiziente Überwachung der Wasserinfrastruktur für das Wohlergehen der Nutztiere und die betriebliche Nachhaltigkeit unerlässlich ist.
Diese Herausforderungen werden durch die einzigartige Landschaft Australiens noch verstärkt, wo Verbindungsprobleme und extreme Entfernungen traditionelle landwirtschaftliche Ansätze zunehmend unpraktisch und kostspielig machen.
Die Lösung
AgTech360 entwickelte ein integriertes Präzisionslandwirtschaftssystem, das ihre Farmmanagement-Plattform mit der Drohnenautonomie-Software von FlytBase kombiniert, um eine umfassende Lösung für die Überwachung und das Management von Nutztieren zu schaffen.
Die Lösung besteht aus:
- Eine zentrale Farmmanagement-Plattform (AgTech360), die Live-Kamerabilder, GIS-Daten, Tiersensordaten, Positionsinformationen, medizinische Daten, Wassermessungen und Wetterdaten in einer einzigen Benutzeroberfläche integriert.
- Autonome Drohnen, die mit der Drohnenautonomie-Software von FlytBase ausgestattet sind und bedarfsgesteuert oder für Routineinspektionen eingeplant werden können.
- KI-gestützte Analysefunktionen, die Probleme erkennen, Wasserstände schätzen und Tierverhaltensmuster überwachen können
- Integration mit GPS-Halsbändern und Ohrmarken zur Echtzeit-Tierverfolgung und Verhaltensanalyse
So funktioniert es
- Wasserüberwachung: Die Plattform visualisiert die gesamte Wasserinfrastruktur (Tanks, Tröge) mit Sensordaten zu Füllständen und Zustand. Bei Sensorausfällen oder Hinweisen auf potenzielle Probleme können Nutzer direkt über die Plattform eine Drohne zur visuellen Inspektion einsetzen.
- Viehbestandsüberwachung: GPS-Halsbänder und Ohrmarken erfassen die Bewegungen der Tiere auf dem gesamten Gelände. Werden ungewöhnliche Verhaltensmuster festgestellt (ungewöhnliche Gruppenbildung, schnelle Bewegungen, Überschreiten von Grenzen), alarmiert das System die Landwirte, die dann Drohnen einsetzen können, um die Situation in Echtzeit zu beurteilen.
- Sicherheitsüberwachung: Fest installierte Kameras rund um das Grundstück gewährleisten eine kontinuierliche Überwachung mit KI-gestützter Erkennung unbefugter Objekte oder Personen. Bei Erkennung können automatisch Drohnen zur Luftüberwachung eingesetzt werden, um zusätzliches Beweismaterial wie Kfz-Kennzeichen zu erfassen.
- Geplante Inspektionen: Drohnen können so programmiert werden, dass sie regelmäßige Inspektionen kritischer Infrastrukturen durchführen, wobei Bilder und Daten automatisch analysiert und in die Managementplattform integriert werden.
In jedem Szenario navigiert die Drohne autonom zu vorbestimmten GPS-Koordinaten, erfasst visuelle Daten und übermittelt diese Informationen zurück an die Plattform, wo sie analysiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.
So funktioniert es
Das System arbeitet mit mehreren zentralen Arbeitsabläufen:
- Wasserüberwachung: Die Plattform visualisiert die gesamte Wasserinfrastruktur (Tanks, Tröge) mit Sensordaten zu Füllständen und Zustand. Bei Sensorausfällen oder Hinweisen auf potenzielle Probleme können Nutzer direkt über die Plattform eine Drohne zur visuellen Inspektion einsetzen.
- Viehbestandsüberwachung: GPS-Halsbänder und Ohrmarken erfassen die Bewegungen der Tiere auf dem gesamten Gelände. Werden ungewöhnliche Verhaltensmuster festgestellt (ungewöhnliche Gruppenbildung, schnelle Bewegungen, Überschreiten von Grenzen), alarmiert das System die Landwirte, die dann Drohnen einsetzen können, um die Situation in Echtzeit zu beurteilen.
- Sicherheitsüberwachung: Fest installierte Kameras rund um das Grundstück gewährleisten eine kontinuierliche Überwachung mit KI-gestützter Erkennung unbefugter Objekte oder Personen. Bei Erkennung können automatisch Drohnen zur Luftüberwachung eingesetzt werden, um zusätzliches Beweismaterial wie Kfz-Kennzeichen zu erfassen.
- Geplante Inspektionen: Drohnen können so programmiert werden, dass sie regelmäßige Inspektionen kritischer Infrastrukturen durchführen, wobei Bilder und Daten automatisch analysiert und in die Managementplattform integriert werden.
In jedem Szenario navigiert die Drohne autonom zu vorbestimmten GPS-Koordinaten, erfasst visuelle Daten und übermittelt diese Informationen zurück an die Plattform, wo sie analysiert und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.
Durchführung
AgTech360 ging bei der Implementierung schrittweise vor und begann mit der Überwachung der Wasserinfrastruktur als erstem Anwendungsfall. Dies ermöglichte es dem Team, Betriebsprotokolle zu etablieren und die Zuverlässigkeit der Technologie zu validieren, bevor es auf komplexere Szenarien der Tierüberwachung ausgeweitet wurde.
Der Integrationsprozess erforderte eine enge Zusammenarbeit zwischen den Plattformentwicklern von AgTech360 und dem technischen Team von FlytBase, um eine reibungslose Kommunikation zwischen dem Farmmanagementsystem und der Drohnenautonomie-Software zu gewährleisten.
„Die Zusammenarbeit mit FlytBase und deren API war eine großartige Erfahrung. Sie ermöglichte uns die Anbindung an deren Drohne und deren Autonomie.“ sagte Coenraad Brandt, Projektmanager bei AgTech360Die
Zu den technischen Herausforderungen gehörten die Gewährleistung einer zuverlässigen Internetverbindung in abgelegenen landwirtschaftlichen Gebieten - ein Problem, das durch die Integration von Satelliteninternet angegangen wurde - und die Entwicklung robuster KI-Algorithmen, die in der Lage sind, visuelle Daten unter den variablen Licht- und Wetterbedingungen zu analysieren, die typischerweise im australischen Outback anzutreffen sind.
Die Ergebnisse
Die Einführung des autonomen Drohnensystems hat erhebliche Vorteile für die Viehhaltung gebracht:
- Betriebliche Effizienz
- Reduzierung der Inspektionszeiten um bis zu 75 % im Vergleich zu herkömmlichen Methoden
- Ermöglichte die regelmäßige Überwachung von Anlagen in weitläufigen Anwesen, die zuvor wochenlang unkontrolliert blieben.
- Dadurch wurden Arbeitskräfte für wichtigere Aufgaben freigesetzt und der Arbeitskräftemangel behoben.
- Verbessertes Ressourcenmanagement
- Verbesserte Wasserbewirtschaftung durch frühzeitige Erkennung von Lecks oder Störungen
- Das System erkannte ein kritisches Wasserproblem, das sonst tagelang unbemerkt geblieben wäre, und konnte so möglicherweise Tausende von Dollar an Viehverlusten einsparen.
- Effizienterer Einsatz von Wartungsteams, wobei spezifische Probleme vor dem Einsatz des Personals identifiziert werden.
- Verbesserte Viehhaltung
- Besseres Verständnis der Bewegungsmuster von Nutztieren und der Weidenutzung
- Früherkennung von Tiergesundheitsproblemen durch Verhaltensanalyse
- Reduzierung des Stresses für Tiere durch Minimierung unnötiger menschlicher Interaktion
- Sicherheitsverbesserungen
- Schnelle Reaktionsfähigkeit bei potenziellen Sicherheitsverletzungen
- Abschreckende Wirkung durch sichtbare Drohnenpräsenz
- Verbesserte Beweissicherung bei Diebstahl oder Hausfriedensbruch
Der Weg nach vorn
AgTech360 entwickelt aktiv verbesserte KI-Funktionen, um das System weiter zu automatisieren. Coenraad hat folgende Vision:
„Ein Szenario, in dem ein Landwirt innerhalb bestimmter Grenzen eine Reihe dieser Drohnen vollautomatisch einsetzen kann, die selbstständig entscheiden, wann und wohin sie fliegen, und Aufgaben wie die Überwachung der Ernte, die frühzeitige Erkennung von Problemen und die Berichterstattung übernehmen.“ sagte Coenraad Brandt, Projektmanager bei AgTech360Die
Zukünftige Entwicklungspläne umfassen:
- Fortschrittliche Tiergesundheitsüberwachung durch visuelle Mustererkennung, die potenziell Stress, Krankheiten oder Kalbeereignisse erkennen kann
- Optimierungsalgorithmen analysieren Tierbewegungsmuster, um optimale Standorte für Wasserstellen und Futterplätze vorzuschlagen.
- Weitere Integration mit prädiktiver Analytik zur Vorhersage potenzieller Probleme, bevor diese den Betrieb beeinträchtigen.
„Ich glaube, Sicherheit hat oberste Priorität… und ich glaube, dass das Risiko für Landwirte ebenfalls reduziert werden muss, ohne zusätzliche Risiken für die Luftraumnutzer zu schaffen. Ich glaube, dieser Prozess wird optimiert werden.“ Notizen Coenraad Brandt zum regulatorischen UmfeldDie
Abschluss
Die Zusammenarbeit zwischen AgTech360 und FlytBase zeigt, wie autonome Drohnentechnologie die Viehhaltung in anspruchsvollen Umgebungen wie dem australischen Outback revolutionieren kann. Durch die Integration autonomer Drohnen in umfassende Farmmanagementsysteme lassen sich Arbeitsabläufe, die früher viel Zeit und Personal erforderten, nun effizienter, häufiger und ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand durchführen.
„All diese Technologien sind bedeutungslos, wenn es für die Nutzer keine einfache und aufschlussreiche Möglichkeit gibt, diese Daten einzusehen und zu verwalten.“ sagt Coenraad BrandtDabei wird die Bedeutung hervorgehoben, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur technologisch fortschrittlich, sondern auch praktisch und für den alltäglichen landwirtschaftlichen Betrieb zugänglich sind.
Häufig gestellte Fragen
Frage 1: Wie verbessert KI die Fähigkeiten autonomer Drohnen bei der Überwachung von Nutztieren?
Künstliche Intelligenz ermöglicht es Drohnen, selbstständig Probleme wie Wasserlecks, Gesundheitsprobleme bei Tieren oder Sicherheitsrisiken zu erkennen. Das System kann ungewöhnliche Verhaltensmuster von Tieren erkennen, Wasserstände visuell analysieren und potenzielle Probleme vorhersagen, bevor sie sich verschärfen. So ist ein proaktives statt reaktives Management möglich.
Frage 2: Welchen ROI können Landwirte erwarten, wenn sie autonome Drohnensysteme zur Überwachung von Nutztieren einsetzen?
Die konkreten ROI-Werte variieren je nach Betriebsgröße, doch Landwirte profitieren typischerweise von Arbeitsersparnissen (75 % weniger Inspektionszeit), frühzeitiger Problemerkennung (wodurch kostspielige Viehverluste vermieden werden) und einer optimierten Ressourcennutzung. Die meisten Betriebe berichten von signifikanten Erträgen innerhalb von 12 bis 18 Monaten nach der Implementierung.
Frage 3: Wie bewältigt das System die in abgelegenen australischen Landwirtschaftsregionen häufig auftretenden Verbindungsprobleme?
Das System nutzt Satelliteninternet, um die Einschränkungen herkömmlicher Netzwerke zu überwinden. Darüber hinaus können Drohnen auch bei eingeschränkter Live-Verbindung halbautonom mit vorprogrammierten Missionen operieren und die Daten bis zur Wiederherstellung der Verbindung zur Übertragung an Bord speichern.






