Die AI View Group hat sich mit über einem Jahrzehnt Erfahrung im Transportsektor als Marktführer im italienischen Drohnendienstleistungsmarkt etabliert. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 30 Festangestellte und verfügt über ein umfangreiches professionelles Netzwerk. Kürzlich schloss es sich der Highten Group als Teil deren europäischen Regionalbüros an. Mit Expertise in zertifizierter Pilotierung, Technologieentwicklung und künstlicher Intelligenz kann die AI View Group auf eine beeindruckende Erfolgsbilanz mit über 3.000 ferngesteuerten Drohneneinsätzen allein zur Verkehrsüberwachung zurückblicken. Ihr Engagement für die digitale Transformation im Bereich autonomer Systeme hat sie zu einem vertrauenswürdigen Partner für Italiens größte Infrastrukturunternehmen gemacht. Im Rahmen einer der NestGen '25-Veranstaltungen sprachen wir mit Nicola Marietti, CEO der AI View Group, einem italienischen Unternehmen, das sich auf unbemannte Technologieeinsätze spezialisiert hat, die Sicherheit und Effizienz vereinen. Die 2012 gegründete AI View Group hat sich als Pionier im Bereich der Luftbildanalyse positioniert und unterstützt Unternehmen bei der Integration von Drohnentechnologie in ihre Betriebs- und Wartungsprozesse. Hier erfahren Sie, was sie über die Revolutionierung von Autobahninspektionen mit autonomen Drohnen zu sagen hatten 👇
Die Herausforderung
"Die Betreiber von Autobahnen stehen vor erheblichen Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung eines Echtzeit-Überblicks über Hunderte von Kilometern Straßen, insbesondere während der Hauptverkehrszeiten oder in Notfällen." - Nicola Marietti, CEO, AI View Group
Die Betreiber des italienischen Autobahnnetzes hatten mit mehreren kritischen betrieblichen Herausforderungen zu kämpfen:
- Eingeschränkte SichtDie fest installierten Kameras boten nur eine teilweise Abdeckung des Autobahnnetzes, sodass viele Abschnitte, insbesondere an wichtigen Staupunkten und in abgelegenen Gebieten, nicht in Echtzeit überwacht werden konnten.
- Verzögerte ReaktionszeitenOhne unmittelbare Luftbildaufnahmen von Vorfällen oder Verkehrslagen werden die Einsatzkräfte oft mit unvollständigen Informationen eingesetzt, was die Interventionszeiten verlängert und die Sicherheitsrisiken erhöht.
- Lücken in der InfrastrukturüberwachungHerkömmliche Inspektionsmethoden konnten sich entwickelnde Infrastrukturprobleme wie beschädigte Barrieren, den Verfall der Fahrbahnoberfläche oder Sicherheitsrisiken nicht effizient erkennen, bevor sie zu kritischen Ausfällen führten.
- RessourcenbeschränkungenDie manuelle Inspektion der weitläufigen Autobahnnetze erforderte einen erheblichen Personal- und Zeitaufwand, wobei die Inspektoren oft in gefährlicher Nähe zum Hochgeschwindigkeitsverkehr arbeiteten.
Diese Herausforderungen führten zu einem erhöhten Unfallrisiko, höheren Kosten durch Verkehrsstaus und Ineffizienzen bei der Instandhaltung der kritischen Verkehrsinfrastruktur Italiens.
Die Lösung
Die AI View Group entwickelte ReADI (Remote Autonomous Drone Intelligence Command and Control Center), ein integriertes autonomes Drohnensystem, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Die Lösung kombiniert strategisch positionierte Drohnenstationen entlang von Autobahnen mit zentralisierten Fernsteuerungsfunktionen und KI-gestützter Analytik.
Die Systemarchitektur integriert mehrere Schlüsselkomponenten:
- Hardware-InfrastrukturVerschiedene Drohnenmodelle, darunter Mittelstreckendrohnen wie die Matrice 300 RTK und die M30T, sowie Langstrecken-VTOL-Drohnen (Senkrechtstarter und -lander) für eine umfassende Abdeckung, kommen zum Einsatz. Jede Drohne ist in einer gesicherten Dockingstation untergebracht, die an strategischen Autobahnstandorten wie Mautstellen und Raststätten positioniert ist.
- Kommando- und KontrollsoftwareDie FlytBase Plattform dient als zentrales Flugmanagementsystem und ermöglicht Fernsteuerung, Missionsplanung und Integration mit UTM-Diensten (Unmanned Traffic Management).
- KI-Analyseschicht: Speziell entwickelte Algorithmen verarbeiten die von Drohnen erfassten Daten für Verkehrsanalysen, Anomalieerkennung, Infrastrukturinspektionen und die Koordinierung von Notfallmaßnahmen.: Das System verbindet sich direkt mit den Verkehrsleitzentralen der Autobahnbetreiber, zeigt Drohnenaufnahmen auf Videowänden neben Daten von herkömmlichen fest installierten Kameras an und gibt automatische Warnmeldungen aus.
- IntegrationsrahmenDas System ist direkt mit den Verkehrsleitzentralen der Autobahnbetreiber verbunden, zeigt Drohnenaufnahmen auf Videowänden neben Daten herkömmlicher fest installierter Kameras an und gibt automatische Warnmeldungen aus.

So funktioniert es
Der operative Arbeitsablauf folgt einem strukturierten Prozess:
- Das System arbeitet in zwei Modi: planmäßige Routineflüge und Notfalleinsätze auf Abruf.
- Zur routinemäßigen Überwachung führen Drohnen vorprogrammierte Flugmuster aus, um Verkehrsdaten zu sammeln, die Infrastruktur zu inspizieren und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften bei Straßenbauarbeiten zu überprüfen.
- Im Notfall können die Mitarbeiter der Flugsicherungszentrale Drohnen per Funkkommunikation mit den Fernpiloten von AI View einsetzen, die die Einheiten innerhalb weniger Minuten zum Einsatzort schicken.
- Live-Videoübertragungen erfolgen direkt an die Leitstellen der Autobahnbetreiber, während KI-Algorithmen gleichzeitig das Videomaterial analysieren, um Fahrzeuge zu erkennen, den Verkehrsfluss zu beurteilen, Infrastrukturschäden zu identifizieren und Sicherheitsrisiken hervorzuheben.
- Das System generiert auf Basis der Drohnenbeobachtungen automatisierte Berichte und Warnmeldungen, die es den Autobahnmanagern ermöglichen, fundierte Entscheidungen über Ressourceneinsatz, Verkehrsmanagement und Instandhaltungsprioritäten zu treffen.

Durchführung
Die Implementierungsstrategie der AI View Group begann mit einem Pilotprojekt namens „FALCO“ in Zusammenarbeit mit Autostrade per l'Italia, Italiens größtem Autobahnbetreiber. Die erste Installation umfasste fünf Dockingstationen an strategischen Mautstellen und Raststätten, sodass Pendler die Drohnen bei der Überwachung des Autobahnzustands beobachten konnten. Nach dem erfolgreichen Einsatz beim ersten Betreiber weitete AI View das Programm auf ein zweites großes italienisches Autobahnunternehmen mit zwei weiteren Dockingstationen aus.
Der Implementierungsprozess folgte einem methodischen Ansatz:
- Standortanalyse zur Bestimmung der optimalen Positionierung von Dockingstationen auf Grundlage historischer Vorfalldaten und Abdeckungsanforderungen
- Hardwareauswahl und -bereitstellung, abgestimmt auf die spezifischen Überwachungsanforderungen jedes Standorts
- Integration des ReADI-Kontrollzentrums in bestehende Verkehrsmanagementsysteme
- Entwicklung und Training von KI-Modulen unter Verwendung standortspezifischer Datenerfassung
- Sicherstellung der behördlichen Genehmigungen, die in Folgendem gipfeln AI View ist eines der ersten Unternehmen, das ein LUC (Light UAS Operator Certificate) für den Betrieb von ferngesteuerten Drohnen ohne Beobachter vor Ort erhalten hat.
Eine wesentliche Herausforderung bei der Implementierung bestand in der Bewältigung von Cybersicherheitsbedenken, da die Autobahninfrastruktur unter die europäische NIS2-Verordnung (Netzwerk- und Informationssysteme) zum Schutz kritischer Infrastrukturen fällt. Die AI View Group entwickelte umfassende Sicherheitsprotokolle, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten und gleichzeitig die Systemzuverlässigkeit aufrechtzuerhalten.
Die Ergebnisse
Das ReADI-System hat in verschiedenen operativen Bereichen messbare Vorteile gebracht:
Verbesserte ReaktionsfähigkeitDas Drohnennetzwerk hat die Erkennungs- und Reaktionszeiten bei Unfällen drastisch verkürzt. Autobahnbetreiber können Rettungskräfte nun mit präzisen Informationen über Unfallumstände, Fahrzeugpositionen und optimale Zufahrtswege entsenden. Im Notfall gewährleisten die Drohnen eine kontinuierliche 30-minütige Luftüberwachung und ermöglichen den Einsatzkräften so ein beispielloses Lagebild.

Verbessertes VerkehrsmanagementDie Echtzeit-Luftüberwachung ermöglicht es Autobahnbetreibern, Verkehrsstaumuster zu erkennen und proaktiv Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Die Systemanalysen liefern Daten zur Verkehrszusammensetzung (Verhältnis Pkw zu Lkw) und Verkehrsflusskennzahlen, die den Betreibern helfen, Verkehrsmanagemententscheidungen zu optimieren, insbesondere in Bereichen mit laufenden Straßenbauarbeiten.
InfrastrukturintegritätDie regelmäßigen Drohneninspektionen haben zahlreiche zuvor unentdeckte Infrastrukturprobleme aufgedeckt, darunter beschädigte Leitplanken, sich bildende Oberflächenrisse und Sicherheitsrisiken. Durch die frühzeitige Erkennung dieser Probleme können Autobahnbetreiber vorbeugende Wartungsarbeiten planen, bevor es zu kostspieligen Notfallreparaturen oder Sicherheitsvorfällen kommt.

Operative Integration: Am wichtigsten ist vielleicht, dass die Technologie vollständig in den täglichen Betrieb integriert wurde und nicht mehr nur gelegentlich zum Einsatz kommt.
Wie Nicola Marietti erklärt: „Das ist der eigentliche und wichtigste Teil des Projekts - ihnen nicht einfach eine Drohne zu liefern. Unser Ziel ist es, ihnen die Einführung unbemannter Technologie in ihren Betrieb zu ermöglichen, und genau das haben wir mit diesem Kunden getan.“
Der Wert der Lösung wurde durch ihren konsequenten Einsatz in den Verkehrsleitzentralen der Autobahnbetreiber deutlich unter Beweis gestellt, wo sie mittlerweile als unverzichtbares operatives Werkzeug und nicht mehr nur als ergänzende Technologie fungiert.
Der Weg nach vorn
AI View Group plant, im kommenden Jahr rund 50 Dock-Drohnenstationen entlang italienischer Autobahnen zu installieren und damit die Abdeckung und Leistungsfähigkeit des Netzwerks deutlich zu erweitern. Das Unternehmen optimiert zudem seine KI-Module, um weitere Infrastrukturprobleme zu erkennen und eine präzisere Verkehrsanalyse zu ermöglichen. Die zukünftige Entwicklung konzentriert sich auf die Steigerung der Betriebsautonomie und baut auf dem regulatorischen Meilenstein der LUC-Zertifizierung für den Betrieb ohne Beobachter vor Ort auf.
Wie Nicola erklärt: „Autonom bedeutet vieles, was in Zukunft noch entwickelt werden muss. Doch schon heute beginnen wir, autonom zu agieren, indem wir die erste Informationsgrundlage für autonome Infrastrukturoperationen schaffen."
Das Unternehmen sieht in diesen Autobahneinsätzen die Grundlage für den vollständig autonomen Drohnenbetrieb in kritischen Infrastrukturen. Jeder erfolgreiche Einsatz liefert wertvolle Daten, die sowohl den technischen als auch den regulatorischen Fortschritt unterstützen.
Abschluss
Die Implementierung des ReADI-Systems durch die AI View Group demonstriert, wie autonome Drohnentechnologie Herausforderungen bei der Überwachung kritischer Infrastrukturen bewältigen und gleichzeitig konkrete operative Vorteile bieten kann. Durch die direkte Integration von Drohnenfunktionen in bestehende Verkehrsmanagement-Workflows hat das Unternehmen italienischen Autobahnbetreibern geholfen, die Sicherheit, Reaktionszeiten und die Effizienz der Infrastrukturinstandhaltung zu verbessern.
"Die wichtigste Errungenschaft besteht darin, den Kunden davon zu überzeugen, dass das System nicht nur Technologie um der Technologie willen ist - es ist ein Werkzeug, das reale Probleme löst und zu einem unverzichtbaren Bestandteil seiner betrieblichen Prozesse wird." - Nicola Marietti, CEO, AI View Group
Häufig gestellte Fragen
Frage 1: Was ist die maximale Einsatzreichweite von Drohnen im Autobahnüberwachungssystem?
Die Drohnen können von ihrer Dockingstation aus in einem Umkreis von bis zu drei Kilometern operieren und decken pro Installation etwa sechs Kilometer Autobahn ab. Die erhöhte Perspektive ermöglicht die visuelle Überwachung von 10 bis 12 Kilometern Straße, wenn sie an optimalen Aussichtspunkten positioniert sind.
Frage 2: Wie geht die AI View Group auf die regulatorischen Anforderungen für den Betrieb autonomer Drohnen ein?
Die AI View Group hat eines der ersten italienischen Zertifikate für den Betrieb leichter unbemannter Luftfahrtsysteme (Light UAS Operator Certificates, LUC) zur Fernsteuerung von Drohnen ohne Beobachter vor Ort erhalten. Für diese Zertifizierung mussten umfassende Sicherheitsprotokolle, zuverlässige Kommunikationssysteme und Cybersicherheitsmaßnahmen gemäß den NIS2-Vorschriften für kritische Infrastrukturen nachgewiesen werden.
Frage 3: Welchen spezifischen Herausforderungen bei der Wartung von Autobahndrohnensystemen ist man gegenüber?
Die Dock-Drohnensysteme erfordern monatliche Wartungsbesuche, um die Integrität der Hardware, die Kalibrierung der Sensoren und Software-Updates sicherzustellen. Die AI View Group hat einen vorbeugenden Wartungsplan entwickelt, der Ausfallzeiten minimiert und gleichzeitig die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Betriebssicherheit gewährleistet.
Frage 4. Wie werden die von Drohnen erfassten Daten in bestehende Autobahnmanagementsysteme integriert?
Das ReADI-System ist direkt mit den Verkehrsleitzentralen der Autobahnbetreiber verbunden und zeigt Drohnenvideos parallel zu den Aufnahmen herkömmlicher Kameras an. Die KI-analysierten Daten werden über intuitive Dashboards dargestellt, die die Bediener auf Verkehrsanomalien, Infrastrukturschäden oder sicherheitsrelevante Gefahren aufmerksam machen.







